Technik-Tutorial: Mitzieher

Von Melanie Derks am 20.08.2014

Das Einfangen von Action und Geschwindigkeit

Ein besonders wichtiger Aspekt in der fortgeschrittenen Fotografie ist das Einfangen der Atmosphäre bei einem Event. Also nicht nur das reine Fotografieren des Vorhandenen, sondern dem Betrachter eines Fotos zu vermitteln wie es war, als das Bild entstanden ist.

Hierfür steht in dem Fotografen eine Vielzahl von Gestaltungsmitteln zur Verfügung. Ein in der Actionfotografie oftmals vernachlässigtes Stilmittel ist die „Mitzieheraufnahme“. Hierbei handelt es sich um eine besonders gute Möglichkeit, das Tempo eines Objektes einzufangen. Der Blick des Betrachters wird dadurch noch stärker auf das entsprechende Motiv gelenkt. Ergebnis einer solchen Aufnahme ist das sich das bewegende Objekt, wie z.B. ein Auto oder Rennradfahrer, scharf abgelichtet wird während der Hintergrund in Bewegungsunschärfe verschwindet. Aber welche Kameraeinstellungen muss man wählen und was ist sonst noch zu beachten?

Grundvoraussetzung ist das Arbeiten im manuellen Modus, also Blende, Belichtungszeit und ISO selbst einzustellen. Uff, denken jetzt bestimmt viele - ist das nicht im Automatikmodus möglich, in dem ich immer so gerne arbeite? Leider nein, und es gibt noch etwas zu Bedenken:wenn die Serienbildfunktion mit verwendet wird, ist es einfacher. Man kann mehere Bilder in kurzer Zeit vom gleichen Objekt machen und "hält einfach drauf". Die Blendeinstellungen sollte auf eine Blende von ca. f 8 eingestellt werden. Denn je weiter die Blende geschlossen ist, umso größer ist natürlich auch der Schärfetiefebereich.

Bei der Belichtungszeit orientiert man sich an der geschätzten Geschwindigkeit des Motives. Also bei einem Auto, das 50 km/h fährt, stellt man die Verschlusszeit auf 1/50 sec. ein.

Anschließend ist noch die richtige ISO-Zahl zu wählen, sodass ein korrekt belichtetes Bild entsteht. Hierbei hilft zum Einen der kamerainternen Belichtungsmessung, zum Anderen eine Reihe von Testbildern, mit denen man sich an die gewünschte Einstellung herantasten kann. Empfehlenswert ist es, eine ISO Einstellung -je nach Kameramodel- von 800 nicht zu überschreiten. Bei höheren ISO Einstellungen kann ein häßliches Bildrauschen entstehen.

Soweit diese drei Faktoren an Euer Kamera richtig eingestellt sind, also ein korrekt belichtetes Bild entstehen kann, kann es auch schon losgehen. Allerdings sei noch ein kleiner Hinweis zum Thema Autofokus erwähnt. Es empfiehlt sich, die Autofokus-Verfolgung einzustellen. Für alle Canon-Nutzer ist hier das Stichwort „AI Servo AF“ und bei Nikon „3D-Tracking AF“ wichtig. In diesen Modi verfolgt die Kamera ein fokussiertes Objekt mit den Messfeldern eigenständig und fokussiert auch selbstständig die Schärfe nach, falls sich die Entfernung zwischen Kamera und Objekt ändert. Diese Methode erleichtert das Fotografieren enorm und verringert den „Ausschuss“ deutlich. Für den Fall, dass die eigene Kamera eine solche Funktion nicht unterstützt (was bei älteren Kameramodellen der Fall sein kann), muss man selbst die Autofokus-Verfolgung ersetzten. Hierzu wird der Serienbildmodus gewählt und beim Mitziehen den Auslöser gedrückt hält. So kann versucht werden, das Objekt immer im Fokusmessfeld zu behalten.

Alles Weitere ist üben, üben, üben ;-)

Viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren.